Hhhm

„Hhhm“. Mit Fragezeichen? Mit Ausrufezeichen! Je nach Betonung ist Hhhm ein Ausdruck von Schmunzeln, von Erstaunen, von Unverständnis oder aber von Wohlgeschmack. „Hhhm“ ist also ein wunderschönes Wort, um all das unter einer Überschrift zu vereinen, was uns hier so bewegt.

Integrations-unwillige Deutsche in Wien

Lange Diskussionen innerhalb des deutschen Gastarbeiter-Lagers an unserem Küchentisch. Die Zweifel, ob man die Erfahrungen im ach so ähnlichen – und doch so verschiedenen – Nachbarland in Worte fassen darf, soll oder gar muss.

Der Bann ist gebrochen: Der Falter, hell strahlender Fixstern am Kulturhimmel Österreichs, hat in Ausgabe 12/2009 getitelt: Integration? Nee danke!

Ihr könnt uns mal gerne haben: Deutsche in Wien
Die Deutschen sind in Wien die zweitgrößte Migrantengruppe. Sie zeigen wenig Lust, sich zu integrieren. Dazu ist es aber sowieso zu spät

Foto: Cover des Stadtmagazins Falter aus Wien - Ein deutscher Schäferhund vor einer Deutschlandfahne zeigt den Stinkefinger - Überschrift: Integration? Nee Danke!Falter 12/2009 vom 18.3.2009

Autor Christopher Wurmdobler

Infobox Die Fakten
40.382 Deutsche haben ihren Haupt- bzw. Nebenwohnsitz in Wien (1.1.2009)Wien 3 ist bei Deutschen der beliebteste Wohnbezirk (2015 Einwohner, 2007)

6424 Bundesbürger waren 1981 in Wien gemeldet (2001: 12.729)

1866 besiegten Preußens Truppen Österreich in der Schlacht bei Königgrätz. Das führte zur Gründung des deutschen Kaiserreichs (1871) und zum hiesigen Ressentiment gegenüber den Deutschen. Der preußische Militärmusiker Gottfried Piefke komponierte den „Königgrätzer Marsch“ und tat dazu das Seinige in Sachen Schmähwort

7 Deutsche arbeiten beim Falter

Wie kann ich Ihnen helfen? Bitte sehr, bitte gleich, denn bei Fielmann hat Tempo Methode. Wie deutsche Gründ- und Höflichkeit. Manche finden professionelles Freundlichsein abstoßend. Für Wien war der Antigrant jedenfalls neu, als die Hamburger Brillenladenkette vor neun Jahren hier die erste Filiale eröffnete: Man musste nicht lange warten, wurde gleich bedient, und zack, zack war die Brille fertig. Die Brillen kamen aus Deutschland, die meisten Angestellten, die sie verkauften, auch. Der Unternehmenssprecher beteuert am Telefon, dass es zwar Fielmann-Philosophie sei, Mitarbeiter zu haben, die hinter der Firma stünden; nicht jedoch, dass sie ausschließlich aus Deutschland kommen müssten. Wien sei eben attraktiv, und man möchte schließlich Auslandserfahrung machen, so als Mitarbeiter und Mensch.

Richtig: Österreichs Hauptstadt ist schön, und deshalb ist es wohl eher Zufall, dass sich seit dem Jahr 2000, als der Brillenladen auf der Mariahilfer Straße aufsperrte, die Zahl der Deutschen in Wien fast vervierfacht hat. Mit Stichtag 1.1.2009 waren hier 40.382 deutsche Staatsangehörige mit Haupt- oder Nebenwohnsitz gemeldet. Dazu kommen noch 36 obdachlose Bundesbürger, ja, die gibt’s. Insgesamt sind das so viele wie das niederösterreichische Wiener Neustadt Einwohner hat; mehr als der erste und der achte Bezirk zusammen.

Die Deutschen in Wien sind kein Grüppchen mehr, sie fallen auf. Sie sitzen bei Billa an der Kasse oder kellnern im Kaffeehaus – schon kursiert die urban legend vom Deutschen, der nicht „Melãnsch“, sondern, hahaha!, „Melange“ sagt, nach der Schrift gesprochen wie „Belange“. Sie sind Ärztin oder Pfleger im Spital – und prompt wird professionelle Genauigkeit als Störfaktor empfunden. Auch der Uniwissenschaftler kommt aus Deutschland, so wie die Studentin – und alle nehmen sie natürlich „uns Österreichern“ den Arbeits- oder Studienplatz weg. Hallo? Das gehört halt zu Europa. Vielleicht machen Deutsche ja einfach ihren Job besser, sind qualifizierter, fleißiger oder schlauer.

Die Deutschen gibt es nicht

„Die Deutschen“ sind natürlich ebenso Klischee wie „die Wiener“ oder „die Türken“. Vor den Türken machen die Migranten aus Deutschland in Wien übrigens die zweitgrößte Einwanderergruppe aus, auf Platz eins: Menschen aus Ex-Jugoslawien. Die Deutschen sind die Akkuraten. Sie nerven mit den drei Ps (Pingeligkeit, Pünktlichkeit & Piefkenesisch), der Die-oder-das-Cola-Diskussion, und sie wollen partout nicht verstehen, dass Wienerisch kein Dialekt, sondern eine eigene Sprache ist. Die Deutschen sagen Stuhl, wenn sie Sessel meinen, Schrank statt Kasten. Man geht hoch statt hinauf, was anderes kommt gar nicht in die Tüte, pardon ins Sackerl.

Wer sich als Deutscher in Wien unbeliebt machen möchte, sollte sich öffentlich über lokale Eigenheiten wundern. Die sicherste Methode ist, vermeintliche Schlampigkeiten anzuprangern, die Behäbigkeit von Servicekräften, die Unfreundlichkeit von Schalterpersonal nicht als gegeben hinzunehmen. Riecht’s hier irgendwo nach Klugscheiße? Voilà, der Deutsche tritt ganz bestimmt hinein! Und ist die Ösi-Piefke-Kiste erst einmal geöffnet, gibt es kein Halten mehr. Deutsch zu lernen, mit diesem Hinweis beißen Grantler und Rassisten bei Deutschen naturgemäß auf Eichenholz. Also beklagt sich der Wiener, dass die Deutschen keinen lokalen Dialekt sprechen respektive verstehen – und hasst leidenschaftlich.

Die Schadenfreude über die Niederlage im Finale (!) der Fußball-EM 2008 in Wien war unverhohlen. Das Falter-Cover ohne deutsche Fans machte viele wütend. Sogar Deutsche, denen Nationalstolz sonst egal ist, spazierten schwarz-rot-gold geschmückt durch die Stadt: Hallo, wir sind Vizeeuropameister! Aber nur Vize, ätschten die Wiener und machten eine lange Nase. Deutsche sind nicht nur besser im Fußball, sie sind – zumindest in Wien – überdurchschnittlich gut gebildet. Fast die Hälfte der Migranten aus Deutschland hat Abitur, 28 Prozent einen Hochschulabschluss. Der österreichische Schnitt liegt bei 23 Prozent Matura und neun Prozent Uniabschluss. Deutsche haben hier gute Jobs, oft in Führungspositionen. Gastronomie-Hotellerie ist dabei nur marginal, selbst wenn vor einigen Jahren (ost-)deutsches Skihüttenpersonal ein großer Aufreger war. Die meisten arbeiten im Handel und Gesundheitsbereich. Und sie sind jünger: 2007 waren 43 Prozent der deutschen Zuwanderer unter 29, weitere 28 Prozent zwischen 30 und 44 Jahren.

Das Thema Zuwanderung aus Deutschland sei zwar sehr interessant, sagt der Migrationsexperte von der Akademie der Wissenschaften, aber leider überhaupt noch nicht erforscht. Eine gewisse Ablehnung sei aber sehr wohl zu beobachten: Es würden Unterschiede konstruiert, kulturelle Differenzen, um sich vom anderen abzugrenzen. Dabei liefern nicht nur dumpfe Stammtischbrüder ressentimentgeladene Verbalattacken, von Wiener Alltagsrassismus berichten Deutsche aus allen Milieus. Jeder gelernte Wiener deutscher Herkunft kennt den halb im Scherz ausgesprochenen Piefke-Sager, dem unmittelbar die Zusicherung folgt, dass man selbst natürlich die Ausnahme vom Feindbild sei. Schleimer!

Die Kollegin bei der Wiener Antirassismusstelle Zara spricht sogar vom „Piefke-Rassismus“; berichtet, dass vielen die Sensibilität fehle und die Kreise, in denen diese Art von Ausgrenzung passiere, sie überraschen. Trotzdem käme es nur selten vor, dass sich jemand wegen eines gezischelten „Scheiß Piefke“ bei Zara meldet. Antideutsche Schmierereien gibt es offenbar keine. Noch nicht.

Deutsche sind nicht integrierbar

Vorbei die Zeiten, als es Deutsche nach Wien zog, weil hier der oder die Liebste lebte. Weil die Stadt so herrlich ostblockig, so unaufgeregt metropolig war oder Thomas Bernhard an der Burg so bizarr leidenschaftlich ausgebuht wurde. Oder einfach, weil der Chef beschlossen hatte, einen Fuß in der Tür nach Osteuropa haben zu wollen. Denen, die in den letzten Jahren gekommen sind, geht es nicht um Geschlechtsverkehr mit Einheimischen, Wiener Charme, Thomas Bernhard und resopalverkleidete Vorstadtwirtshäuser voll resoluter Schnitzelköchinnen. Sie wollen einen Job oder einen Studienplatz, keinen Freundeskreis. Dass es dazu noch eine der schönsten Städte der Welt als Draufgabe gibt, ist eher Nebensache. Aber es hätte ebenso Zürich sein können. Und das ist wahrscheinlich genau das Problem.

Der deutschen Arbeits- und Studienmigration der vergangenen Jahre liegen wirtschaftliche Schwierigkeiten in der Bundesrepublik zugrunde. Studierende bleiben in Wien lieber unter sich – und imitieren damit übrigens das Verhalten ihrer Studienkollegen aus den Bundesländern, die ebenfalls neu in Wien sind. Wahrscheinlich macht es die gemeinsame Sprache nicht einfacher, kulturelle Unterschiede zu entdecken.

Die Wiener machen es den Deutschen aber auch nicht leicht. Dabei geben sich die Neuen doch so viel Mühe, sie zu verstehen. Auf Onlineplattformen gründen sie Foren, fragen einander Sachen wie: „Wer kennt eigentlich den Ausdruck ‚leiwand‘?“ Sie kichern und erzählen einander, was sie nach Wien verschlagen hat. „Was man von Wien gesehen haben sollte“, heißt ein Thread in einem Deutschenforum. Mit Gründlichkeit werden Wien-Anfängern hier Republikausstellung, Rathaus und Josef Hader ans Herz gelegt. Wie nett. Wie interessiert.

Immer öfter macht deutscher Humor in Wien Station. Dass der bayrische Comedystar Michael Mittermayer vom österreichischen Publikum geschätzt wird, ist klar. Und dass Harald-Schmidt-Anhang Oliver Pocher mit seinem frechen Mundwerk in Wien längst nicht mehr nur das kleine Audimax, sondern die Stadthalle füllt, hängt wohl mit seiner Medienpräsenz zusammen. Dass aber Protagonisten des deutschen Unterschichtenentertainments wie Mario Barth, Atze Schröder oder Cindy aus Marzahn in Wien Gastspiele geben, ist relativ neu. Brachialhumorist Barth holte unlängst zweimal 10.000 Zuschauer in die Stadthalle – übrigens auch echte Wiener. Deutsche feiern hier sogar ihre eigenen Clubs, nennen sie selbstbewusst „Piefke-Partys“ oder bringen den Hamburger Kiez samt Astra-Bier und DJ an den Donaukanal.

Machen die Deutschen alles besser?

Deutsche sind nicht die besseren Ösis. Das alles ist wie so oft eine Frage der Mentalität. Vielleicht sind die Deutschen ja gar nicht unintegrierbar, womöglich wollen die Wiener sie ja einfach nicht integrieren und lieber weiter grantig sein.

Wahrscheinlich ist es aber ohnehin zu spät. Die Deutschen haben die Stadt längst übernommen – zum Beispiel im Kulturbetrieb. Burgtheater (ab Herbst wieder), Schauspielhaus, Tanzquartier, Wiener Festwochen (die Schauspiel-Chefin), brut-Theater, Volksoper sind in deutscher Hand. Der Duisburger Dirk Stermann lacht aus dem ORF, deutsche Schauspieler geben dort in schlechten Vorabendkrimiserien Wiener Ermittler. Deutsche arbeiten in Werbeagenturen, Bank- und Medienhäusern, sie zeichnen lustige Witze und sorgen sogar für den Relaunch der Zeitung, die Sie vor sich haben, schreiben den Text, den Sie gerade lesen. Wieso wählen sich 40.382 Neo-Wiener keinen eigenen Bürgermeister? Wiener Neustadt hat doch auch einen.

Deutsche bringen Wien weiter. Sie sind urban, Neuem aufgeschlossen; hätten sie sich sonst auf den Weg hierhergemacht? Sie kennen nicht die Scheu der Alteingesessenen vor Grätzeln oder Wohnbezirken, die aus irgendwelchen Gründen pfui sind oder gerade nicht angesagt. Sie nehmen sich einfach die Stadt, so wie es andere Migranten machen sollten. Deutsche leben, studieren, arbeiten hier. Sie lassen sich nicht alles gefallen, kaufen samstags auf Bauernmärkten in der Vorstadt ein, besuchen Lokale, die dann plötzlich bei Wienern hip sind. Sie frequentieren mit einer Lust Kaffeehäuser, während einheimische noch deren Verlust beheulen. Und sie sagen natürlich nicht Melange, sondern brav Melãnsch.

Hey, Wienerinnen und Wiener: Ihr könnt uns mal gerne haben! Aber ein bisschen zackig!

Ach ja: © Nachdruck bzw. Textübernahme – auch auszugsweise –
nur mit schriftlicher Genehmigung der Falter Zeitschriften Gesellschaft m.b.H. gestattet.
Schönen Dank!

http://www.falter.at/web/print/detail.php?id=876

Das kleine Glück der großen Männer

Ich musste schon zweimal hinschauen, als ich inmitten der Omnipräsens grauer Gesichter in der Straßenbahn die folgende Schlagzeile auf der Titelseite einer beliebten, an Haltestellen kostenlos ausliegenden, Boulevardzeitung fragwürdigen Niveaus las:

Studie: So glücklich sind wir Österreicher – trotz der KriseMehr Arbeitslosigkeit und Milliardenverluste – da kommt die große „Glücks-Studie“ des Meinungsforschungsinstituts Gallup zur rechten Zeit: Allerdings sind nicht luxusverwöhnte Franzosen oder Japaner statistisch am glücklichsten – nein, die glücklichsten Menschen der Welt leben in Nigeria! Unser Österreich kommt auf Platz 29.Es ist alles nur eine Sache der Lebenseinstellung: Und die beste haben offenbar die 140 Millionen Einwohner des westafrikanischen Nigeria! Laut der aktuellen „Voice of the People 2008“-Studie, bei der Gallup International 58.600 Menschen in 56 Ländern zum Thema Glück befragte, führt das Land mit 57 Prozent ganz klar die neue Liste der „Top 10 happy countries“ an.Ebenfalls ziemlich happy: Venezuela, gefolgt von Ghana, Indien, Kolumbien, Schweiz, Panama, Thailand, Island und Vietnam.Während Österreich im weltweiten Vergleich nur auf Platz 29 gelandet ist, zählen wir in Westeuropa zu den absoluten Glückskindern. „Wir liegen super, wir sind sogar überdurchschnittlich happy“, freut sich Ingrid Lusk vom Gallup-Institut in Wien. Und das heißt? Nur die Schweizer, die Isländer, die Schweden und die Niederländer sind noch ein wenig glücklicher als wir. Und: Die internationale Studie hat ergeben, dass der Durchschnitt in Sachen Glück in Westeuropa bei 24 Prozent liegt – in Österreich sind 28 Prozent der Menschen glücklich!

CS

Alle Infos zur Studie sowie das Ranking finden Sie unter: http://www.gallup-international.com

erschienen in der kostenfreien Boulevardzeitung HEUTE

Mittwoch, 25. Februar 2009 22:40:17 Uhr     http://www.heute.at/news/welt/57043.php

Die Fähigkeit der Österreicher, sich wegen der Krise (welche Krise) nicht den Kopf zu zerbrechen, ist bemerkenswert. Und dass die Erhebung zur Studie schon abgeschlossen war, als von Krise noch keiner redete, hat kaum einer bemerkt. Glück gehabt.

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Leben in einer spannenden Altersgruppe

Leisetreter und rechte Protestwähler: Österreichs Jugend
Aus der Reihe: Jugend in Unruhe
Andrea Mühlberger berichtet aus Wien

Gründe für lauten Protest scheint Österreichs Jugend nicht mehr zu haben: Die Studiengebühren sind wieder abgeschafft, die Berufsaussichten im europäischen Vergleich relativ gut, die Berge sind hoch und die Täler grün. Wenn ein junger Mensch in Österreich dennoch unzufrieden ist, zum Beispiel mit der Politik in Wien, dann wählt er aus Protest offenbar gerne rechtspopulistische Vertreter.

Es muss schon einiges zusammen kommen, bis Österreichs Studentenschaft ordentlich aufmuckt. Fast zwei Jahre liegt die letzte größere Mobilmachung vor der Wiener Hofburg zurück. Der inzwischen wieder abgewählte Kanzler Gusenbauer hatte sein Wahlversprechen gebrochen. Die Studenten sollten weiter Studiengebühren zahlen und waren stinksauer – was in Österreich aber noch immer recht höflich klingt:

„Wir werden in den nächsten Tagen und Wochen zu weiteren Protestmaßnahmen greifen, und dem Herrn Dr. Gusenbauer den Beginn seiner Kanzlerschaft so unangenehm als möglich gestalten.“

Dass die Ära Doktor Gusenbauer tatsächlich nur anderthalb Jahre dauerte, lag aber vor allem am ständigen Störfeuer der eigenen Partei und des Koalitionspartners. Nicht an den beherzten Jugendprotesten. Österreichs Studenten kehrten recht bald wieder brav in ihre Hörsäle zurück. Eine in der Bewegung von 1968 verwurzelte Protest-Kultur wie in Deutschland gibt es in Österreich nicht wirklich. Schon vor vierzig Jahren kam der Widerstand gegen das Establishment etwas verzagt daher. Lahm, angepasst, nicht sehr politisch. Diese Tradition hat sich dagegen gehalten. Auch wenn das „Junge Wilde“ von heute, wie Sandra Breiteneder von der Sozialistischen Jugend Wien, nicht gerne hören:

„Österreich ist doch ein katholisches Land. Und da gegen den Papst demonstrieren, ist schon etwas ein Skandal.“

Doch das bisschen Skandal ging im Medienhype um Benedikt den 16. völlig unter: Nur ein paar hundert Demonstranten fühlten sich durch den Papstbesuch im Herbst vor einem Jahr provoziert.

„Die Kirche sollte nicht soviel Einfluss in einen Staat haben. Und das ist in Österreich der Fall – das finde ich nicht gut.“

„Wenn man in Österreich in die Schulen geht, dann hängen da immer noch die Kreuze herum, obwohl wir eine angebliche Trennung von Kirche und Staat haben. Und trotz allem werden kirchliche Schulen hoch subventioniert, also da passt schon vieles nicht.“

Aber das meiste scheint eigentlich ganz in Ordnung, zumindest auf den ersten Blick: Solide Ausbildung, gute Jobchancen, einigermaßen leistbare Lebenskosten – die Zukunftsaussichten in Österreich sind besser als in den meisten EU-Ländern. Trotzdem ist die in der Regel gut behütete Jugend unzufrieden mit der „herrschenden Klasse“: Bei der Parlamentswahl Ende September wählte fast jeder Zweite unter 30 das ultra-rechte Lager. Die Angst vor Umweltzerstörung und Kriminalität waren in Umfragen vor der Wahl die Top-Themen bei der Jugend. Doch es zeigte sich: Arbeitslosigkeit und Überfremdung spielten eine viel größere Rolle – selbst bei Jungwählern aus guten Wiener Stadtteilen:

„Also ich find da ist nichts Schlimmes dran. Das Thema Ausländer hat mich schon betroffen und ja – ich muss jetzt gehen.“

Politologen lasen aus dem Wahlergebnis aber keine generell rechte Gesinnung bei Österreichs Jugend heraus. Sondern eine Unzufriedenheit mit den bürgerlichen Parteien, ihren verkrusteten Ansichten, ihrer Fantasielosigkeit. Eine Denkzettel- und Protestwahl – analysiert der Jugendforscher Manfred Zentner:

„Das ist eine Politikerinnen-Verdrossenheit. Dass man sagt, die Personen, die hier aktiv sind, lösen meine Probleme eigentlich nicht. Also man vertraut der Politik nicht, dass hier die richtigen Lösungen angeboten werden.“

Bei diesem Frustpotenzial hatten nationalistische Demagogen leichtes Spiel: Sie rappten, traten in Discos auf und redeten Klartext in Sachen Asylpolitik, wie der Chef der Freiheitlichen, HC Strache:

„Willst du eine Wohnung haben, musst du nur ein Kopftuch tragen…das ist offenbar das neue Motto.“

Jörg Haider, die andere Idol- und Integrationsfigur der Ultrarechten, bemerkte zum Wahlerfolg des rechten Lagers nicht ohne Stolz:

„Es ist eine Änderung des Zeitgeistes auch bei den jungen Menschen feststellbar. Junge Leute haben wieder eine viel stärkere Identität mit ihrer Heimat. Ihr treibt die jungen Leute tatsächlich weg von euren Parteien.“

Und die vielen Jugendlichen, die kurz darauf in Scharen und im Trachtenjanker zur Trauerfeier ihres mit dem Auto verunglückten Kärntner Landeshauptmanns kamen, scheinen das zu bestätigen.

„Unser Landeshauptmann war ein großes Vorbild für mich selber, und ich weiß noch nicht, wer jetzt das Vorbild sein kann.“

„Er hat da aufgeräumt, er hat geschaut, dass es den Kärntnern gut geht.“

„Also es ist schon schrecklich, die Zeit heilt alle Wunden. Aber nicht so schnell.“

Krawallmacher klingen anders. Und für Studentenunruhen fehlt in der Alpenrepublik das Potenzial. Tatsächlich hat die Denkzettelwahl gezeigt, dass Österreichs Jugend wenig Hemmungen hat, das ultrarechte Lager zu wählen. Ein Alarmsignal, das die bürgerlichen Parteien ernst nehmen sollten. Ansonsten wird der Graben zwischen ihnen und der Jugend in der Alpenrepublik immer tiefer.

© 2009 Deutschlandradio

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/europaheute/893805/

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aus Indien Viele unserer Newsletter-Empfänger haben sich beschwert, dass wir zu wenig über unseren Alltag berichten. Aber was ist Alltag? Der Alltag, über den man von uns mehr erfahren möchte, ist schwer zu beschreiben. Und würden wir dies tun, wäre es keine fesselnde Lektüre. Alltag, das heißt morgens aufstehen, ins Bad gehen, frühstücken, auf die Arbeit, in die Schule oder ins Fitness-Studio gehen. Alltag heißt Einkaufen, Müll rausbringen, Wäsche waschen. Die Windeln des Kleinen müssen gewechselt werden, hier wie dort – überall. Wer von uns verlangt, unseren Alltag zu beschreiben, möchte, dass wir das Andere, das Fremde beleuchten. Das aber – zu diesem Schluss sind wir in einer langen interessanten Diskussion gekommen – steht uns eigentlich nicht zu. Wir sind es, die fremd sind, nicht unsere Umwelt. Ist es das Essen, das nicht schmeckt oder unser Geschmack, der anderes gewohnt ist? Ist es gerechtfertigt, dass wir an eine Jahrtausende alte Kultur mit hunderten verschiedener Volksgruppen unsere Maßstäbe anlegen? Also muss ein Ausweg her – harmoniebedürftig und leserorientiert, wie wir sind. Manchmal finden Zeitungsmeldungen und Magazin-Reportagen unsere besondere Aufmerksamkeit. Das sind die Berichte, die man beim Frühstück laut vorliest oder die man nach der Lektüre ausgiebig diskutiert. Von Zeit zu Zeit wollen wir diese hier online stellen. Die Maßstäbe, was fremd ist und warum, die legt ihr bitte selbst an – aus sicherer Entfernung. Wir beschränken uns vorläufig auf die Auswahl der Meldungen, ganz Pontius Pilatus, mit frisch gewaschenen Händen. Und überwiegend in Englisch, deutschsprachige Lektüre ist hier Mangelware.

Die Lösung der Finanzkrise ??? Im Wirrwarr der Meldungen über den Vertrauensverlust in das Bankenwesen, Panikabhebungen und ´Bargeldhamstern, und Sorge um die Sicherheit der Altersvorsorge, schmunzele ich voller Vertrauen auf die interkulturelle Lernfähigkeit über den folgenden Bericht aus Kalkutta.

Indian beggar deposits 200lbs of coins in Calcutta bank A beggar surprised staff at a Calcutta bank when she presented four large buckets of coins and asked to open an account. By Rahul Bedi in New Delhi Last Updated: 9:59AM BST 09 Jul 2008 Miss Das collected the coins over her 44-year begging career Photo: BLOOMBERG Laxmi Das, 60, was encouraged by police to bank the coins she had collected in a begging career that stretched back 44 years. She handed over coins weighing 200 lbs, some of them minted in 1961, and worth more than 30,000 rupees (almost £400). Her investment means that she is now eligible to apply for a credit card. „We will accept all her coins because she is poor and needs all our support,“ said Shantanu Neogy, a spokesman for the Central Bank of India. After spending some of her earnings sparingly each day on essentials, Miss Das collected the remaining coins in iron buckets in her hut in a slum close to her pitch at a bazaar, sealing them with jute bags once they were full. She said she had hoarded the coins for her retirement and now needed a pension plan as she was too old to beg. She was persuaded to deposit the money by police who feared it could have been stolen from her home after word of her savings spread. „It was not safe for her to keep the coins in the shanty town after locals came to know about it“ said Baidyanath Saha, an officer with the Calcutta police. Meanwhile, parts of India are experienceing a shortage of coins in circulation as they are being smuggled into neighbouring Bangladesh to be turned into razor blades. Police in Calcutta said that a one rupee coin is worth 35 times its face value to razor manufacturers. Last year the coin shortage became so severe that many businessed such as the tea gardens north of Calcutta began issuing cardboard coins of varying denominations to their workers as an alternative currency. http://www.telegraph.co.uk/news/newstopics/howaboutthat/2271343/Indian-beggar-deposits-200lbs-of-coins-in-Calcutta-bank.html

Wir lernen:

  • Der indische Aufschwung greift – Bargeldbesitzer fassen Vertrauen in das Bankenwesen
  • Abgelaufenes Bargeld muss nicht zwingend bei der Zentralbank eingetauscht werden – falls die Hausbank kulant ist
  • Auch BettlerInnen gehen in Ruhestand und sorgen sich um ihre Altersvorsorge – ein Schritt zur Anerkennung als ordentliche Berufsgruppe?
  • Das Versicherungswesen kriegt letztlich jeden irgendwann – und sei es Bettler im Rentenalter
  • Gewaltige Erziehungserfolge

„Lass die Schuhe gleich aus, Kleene. Kannst auch dein Nachthemd wieder anziehen, und wenn du willst, leg dich ruhig nochmal ins Bett. “ Die versteht nur Bahnhof, als wir heute morgen, kopfschüttelnd über der Zeitung sitzend, derartige Gedanken laut in den Raum werfen. Aber wenn sie sich an unseren Ratschlag (das Wort schlag schreibt sich irgendwie komisch in diesem Kontext!) hält, dann wird sie ja so schnell nicht Lesen lernen und dann wird sie auch unsere Entrüstung (Rüstung schreibt sich schon einfacher!) nicht verstehen. Also Kommando zurück, Helm und Harnisch anziehen und ab in die Schule.

Where has the kindness gone?

Shanti Kiran Nayak writes about the recent shocking punishments meted out to students by their teachers that have led to serious and sometimes, even fatal injuries

The recent happenings in our country regarding corporal punishment have indeed shocked us all even as they hit the headlines. It is appalling to hear that children are being caned and beaten up for such minor reasons. Recently, Rinky Kaushik, a 15-year-old girl, passed away after spending 4 months in coma. She was hit by her English and Mathematics teacher several times on the head. The reason for this appalling treatment was that she stopped attending his private tuitions. The teacher had even threatened her not to tell anyone about the beating. On 12 September 2007, a class XI student, Chetan Soni, of Pravin Vidya Vihar in Ahmedabad, accused a teacher of having hit him so hard that he lost his hearing temporarily in his right ear. In July the same year, a student of Vivekananda School in Amraiwadi was slapped by the school principal for attending private tuitions instead of those run by the school. The student complained that the complications in his left ear drum were because of the continuous slapping. These are just a few of the numerous cases of corporal punishment. Most of them go unreported. Even in our own city there are cases of small children being beaten up for trivial reasons like talking in the class or coming late to school. It is not only just the students but also teachers who are now protesting against this matter. Mrs E Rajan, an English teacher, voiced her opinion against corporal punishment. She says that harsh methods should not be used to reprimand a child. Now-a-days children are sensitive and demand respect. Hence, a teacher should deal with children in such a manner that their ego does not get hurt. They must not resort to callous, ruthless behaviour such as beating a child in front of everyone. A news report revealed the ghastly injuries and bruises a child received for talking in class. It also showed how a child’s fingers were broken because of the eccentricities of a particular teacher. Is this what our education system has come to? Most teachers who employ corporal punishment claim family frustrations as the reason for their behaviour. Is that an acceptable excuse? Children are not machines for them to vent their emotions and which the child is not associated with. If a teacher employs callous corporal punishment when handling children, there is bound to be significant decrease in the literacy rate. Those parents who have the means to send their children to school will hesitate in doing so due to pointless beatings by the teachers. Teachers are known to be architects of a nation and are supposed to shape a child’s future but their recent behaviour prove that they are actually carrying out the reverse. Most of them who use corporal punishment are destroying the future of children. The 15-year-old who died after spending 4 months in coma is a shocking example, all because of a thoughtless brutal reaction by the teacher. During the times of gurukal system of education, the teacher or guru knew and maintained the limit of punishment. It was meted out to students for a valid reason and was for the betterment of the child who would benefit from this and learn from it. It would always be implemented for correcting the student. But corporal punishment today is an outcome of homely worries and family problems which should actually be totally separate from students. Nowadays, most teachers lack patience, which is an essential quality when dealing with the young. More than being fluent in the subject, a teacher needs to be patient, kind and yet strict at the same time. There is always a limit to the punishment that can be meted out to a child. Most teachers cross the limit. A punishment should be chosen in such a manner that the child does not repeat the mistake committed. Recently some laws were passed with regard to corporal punishment. But is seems as if no one is particularly bothered by the existence of such rules. There is rampant beating, thrashing, hitting, slapping, caning, etc. of a child. In a country like India this treatment of students cannot be mended merely by passing some laws. It requires strict enforcement of the laws and apt retribution for its violation. A radical change is essential to modify the education system of India with immediate implementation. We need to strive to change the harsh ways in the handling of students and develop kinder and more moderate methods of treatment. Coordinator, Calcutta Girls’ High School.

Der Artikel steht im Statesman vom 17. April 2008

P.S. Schockierend? Nicht wirklich. Zu oft haben wir in den letzten wenigen Jahrzehnten unseres Daseins Sätze gehört wie „Ein Klaps hat noch keinem geschadet“, „Leichte Schläge auf den Hinterkopf erhöhen das Denkvermögen“ oder „Du wirst das schon verdient haben“, wenn die Kids erzählen, dass dem Lehrer die Hand ausgerutscht ist. Unvergessen der Klassiker, den die Oma immer wieder zum Besten gegeben hat. Ihr Bruder hat schon immer vor der Stunde vom Herrn Lehrer ein paar Hiebe mit dem Rohrstock bekommen. Vorsorglich. Für die Frechheiten, die er sich so im Laufe des Tages ausdenken wird. Wir sind ratlos. Wir leben im Land von Bambus und Rohrstöcken. Und die Lehrer kann man auch nicht dahin schicken wo der Pfeffer wächst. Die sind ja schon hier. Das schwache Geschlecht in Indien – zum Weltfrauentag (alles Gute, die Damen) Heute am Weltfrauentag wurde uns Indien in seiner ganzen Vielfalt und Komplexität zum Frühstück serviert. Da war der Artikel über die Frauen, die aus Figurgründen eine Leihmutter bemühen wollen. Und der über die indisch-stämmige Bürgerrechtlerin, die sich den Themen „Verschwundene Frauen“ und „Geschlechtsbedingte Abtreibung“ verschrieben hat.

Figure-conscious mums renting wombs

Kajari Bhattacharya KOLKATA, March 7: One has heard of women who are so in love with their hour-glass figures, that they prefer not to have children. Here are cases where women want to have children and not ruin their figures by getting pregnant ~ by renting a womb. There are also cases in which career-oriented women want to have babies by using artificial reproductive techniques and a surrogate mother so their trajectory to the top in their careers is not interrupted! In surrogacy procedures, a donor egg or an egg from the biological mother is taken along with sperm from the biological father. This is then fertilised in a “test tube” and transferred to the womb of a surrogate mother. Usually, this procedure comes with a hefty price tag, and couples choose the procedure, also called in vitro fertilisation (IVF), when the woman is infertile, or has an inhospitable womb. However, with body image issues beginning to haunt more and more women, who want to keep their figures even after having a family, some women are turning to doctors at IVF clinics for help. “We have had requests for surrogate mothers from women who don’t want to ruin their figures due to pregnancy. Since artificial reproductive technique (ART) guidelines state very clearly that ART methods should only be used if the woman is infertile, we have refused such clients,” said Dr Sudarshan Ghosh Dastidar, who runs Ghosh Dastidar Fertility Research Centre in the city. Figure-conscious moms-to-be usually belong to the upper classes, and some are dancers as well. “We have had requests from high-society people to help them undergo IVF treatment and use a surrogate mother, so the biological mother does not ruin her figure. But we have never entertained such cases as yet,” said Dr Anoop Gupta of Delhi IVF Fertility Research Centre. At this clinic, the couples who want to use the surrogacy method have to bring surrogate mothers to the clinic on their own. “We are very busy with medical procedures that help infertile women to have children. We do not have the time or the inclination to entertain cases where women want to use a surrogate just to keep their figures,” he added. But surrogacy is not just in demand for those who want to keep their figures intact. Increasingly, career-oriented women, such as top executives and even doctors, want to take the surrogacy road. “We have had requests from top executives and even some doctors who want to use surrogate mothers just because they do not want to interrupt their successful careers. But we never entertain such requests,” said Dr Nayna H Patel, whose Akanksha Infertility Clinic, is one of the most popular in the country.

Der Artikel im Statesman, 08. Februar 2008

Freedom abducted

Our cities are getting bigger and so are issues like dowry deaths and female foeticide. Rita Banerji is trying to make audible a few suppressed voices with a little help from her online well-wishers, writes Mathures Paul To be a success one has to make a difference to those around. When women and success are spoken about in the same breath, we tend to think of a handful of head honchos of multi-national companies. But Rita Banerji is not out to make million dollar business deals or talk about corporate chutzpah. She is trying to make a difference in the lives of the not-so-fortunate women around us through an online initiative ~ 50 Million Missing campaign. At present the campaign is on Flickr, Banerji plans to launch it on a bigger scale in the coming months. “Since we want to have an interactive site and involve as many as possible ~ Flickr suits us well. But we’d set up a static website once we have our organisation set up and ready to roll with ground projects. Our membership on Flickr is free and will always be free. Our administrators are all volunteers. Our subscriber base on Flickr is international. In fact, our administrators are from eight countries and our members from more than 25 countries,” says Banerji. Banerji founded the 50 Million Missing campaign in December 2006. “I’m a photographer and had just set up my website on Flickr, and as I browsed other people’s websites I realised that there were some fantastic photos of Indian women and girls on Flickr. Actually, for sometime I had been wanting to start a campaign or do something about the warped gender ratio in India ~ and it is from the pictures on Flickr that I got the idea of an online campaign. There are all kinds of groups dedicated to specific photo interests ~ old buildings, seascapes, street photography, etc. And there’s also one on Indian women. However, the 50 Million Missing group on Flickr combines both a photo interest and idealism/philosophy/belief. People who contribute to the 50MM are largely photographers (both Indian and from abroad) ~ amateurs, professionals, award-winning photographers, tourists, people from NGOs and people sharing family pictures. We also have (and encourage the participation of) members who don’t have any photos to share but still want to join the group. There are many other ways to participate. Flickr has a provision for discussion links, and we regularly post new topics, news items or issues for discussion. Members can also copy and post the group’s code onto photos they view in the 50MM gallery and comment on them, or help us recruit new members from Flickr into the group by pasting our invite code into their picture comment box.” She is setting up photo/information galleries, where members will put up information on various subjects of concern along with some of the best photos from our galleries. Some of the subjects covered so far are dowry murders, the abandoned widows in Vrindavan and Benaras, female feticide, the exceptionally high mortality rates (40 per cent higher than boys of the same age) of girls under age five due to nutritional and medical neglect, and female infanticide. The objectives of the campaign are to increase national and international awareness about the fact that millions of women have now been eliminated from India’s population and this process is only escalating; to make available to the public information about the various factors involved in this mass elimination ~ “for example female feticide, female infanticide, dowry murders, the high mortality rate of girls under the age five due to deliberate neglect, and a very high maternal mortality rate (one woman dies every five minutes, the highest MMR in the world; and it’s largely due to the fact that 70 per cent of females married and reproducing in India are still children ~ girls ~ under the age of 17. And women are repeatedly forced to undergo abortions to get that male child and their bodies just can’t take it)”; discuss and analyse the cultural and social causes of this massive femicide; and start a petition online to urge the government to take rapid and urgent action, and to make their own laws effective. “We believe that the situation regarding femicide in India is largely due to a lack of motivation on the part of the government to really do anything about it. It has made the laws ~ as a sort of perfunctory function. But it doesn’t hold society accountable to those laws. If we have the PC& PNDT (the Pre-conception and Prenatal Diagnostic Test) laws how are our gender ratios at birth so warped? I would think that we’d have 1000s of clinics shut down by now and 1000s of doctors put up on trial. But no! On the contrary we now have about two million female foetuses selectively aborted annually, and the rate keeps increasing every year. Our law states ~ ‘if a woman dies of dowry death…’, How does one die of dowry death? Is it a clinical condition? Like malaria or typhoid? Why this reluctance to treat homicide as homicide? Whether in-laws and husband kill a woman or parents kill their new born baby girl ~ the thing is, all these acts are homicides. And essentially India’s femicide is a result of lawlessness. In 2004, (according to CNN-IBN) 58,319 dowry cases were registered under section 498A. Total number of men arrested was 1,34,757. The number of cases that have reached chargesheet stage was 47,828. Dowry cases that were not chargesheeted as they were based on frivolous ground stood at 10,491. And 5,739 men have been convicted. The rest acquitted!” A question you may ask is why the phrase “50 Million Missing”? The word “missing” was coined by Dr Amartya Sen. “It was actually a very polite and gentle reference to the fact that millions of females had been eliminated from India’s population. It was meant to be a question ~ like, where are these girls? You too can join the campaign, contribute photos and participate in discussions. “We are also preparing to set up as an organisation this year with on- ground projects. The organisation aims to have very strategic projects implemented with an extremely result-oriented vision. And the ultimate result we want is a drop in female genocide rates, and an increase in female empowerment. So what that means is that we are going to be different from other NGOs in that our approach to projects may not appeal to everyone’s idea of charity and aid. The first ground project that we will do as an organisation is conduct an extensive survey ~ across all boundaries, classes, communities, regions, ages, etc. to find out how boys and girls, men and women in India view their own gender and gender dynamics in general. And based on this study we will design our other projects and commitments.” Banerji had lived in the USA for many years. Besides women’s right issues, she was involved there in other fights ~ like the anti-apartheid campaign, and later the pro-choice movement. Speaking about how many female foetuses are selectively aborted, Banerji says, “In an article by Dr Gautam Allahbadia in the Journal of Assisted Reproduction and Genetics in September 2002 it is estimated that between two to five million female foetuses are aborted in India each year. Other research studies published in Lancet and other scientific journals estimate closer to one million…”

Der Artikel im Statesman vom 08. März 2008

Die Fots zur Kampagne auf flickr.com Die Petition zum Unterschreiben

Die bengalische Mittelklasse Die Gesellschaftsschicht, die uns meist umgibt, ist im Wandel begriffen.So jedenfalls die Autoren des folgenden Artikels.

The Bengali urban middle-class psyche The Bengali urban middle class is enmeshed in a battle within itself: one side is excited by the possibilities of betterment from the new urban vision, while the other is finding psychological defence in an imagined antiquity. This battle finds particular expression in the home. The middle class, dhoti-panjabi-clad bhadralok has appropriated a large part of the written history of colonial Bengal. This urban, middle-class, liberally educated individual had also become the cultural symbol of Calcutta, marginalising other social or ethnic groups by the sheer normalising power of this image. In the past two decades, there has been a dramatic alteration in the rate at which things change, at least in the material realm, around this urban populace. There has also been a perceptible, howsoever feeble, attempt on the part of this population to find a way to maintain a continuity with its past in a way that resists change, or at the least tries to modulate its rate. Der komplette Artikel ist nachzulesen im Himal-Magazin Ausgabe Januar 2008

Menschliche Überlegenheit Was wissen schon die Affen über Beerdigungen. Da ist es doch schön, dass sich ein paar Naturschützer eingefunden haben, um denen mal zu zeigen, wie man sowas richtig macht. Falsch verstandener Naturschutz oder nur undurchdachter Aktionismus? Egal, die Sache ist ja mittlerweile begraben.

Funeral procession for monkey Statesman News Service KURSEONG, Dec. 31: Animal lovers often can and do express their concern for wild animals in unique ways. Here is a very touching example of this. Today morning some monkeys were busy with their antics. They sat across power cables near the Kurseong Sub-division Hospital . Suddenly, a monkey fell down on the road after being electrocuted. The local youths immediately sprang to action and tried to save the monkey in every possible way they could. But their efforts were in vain and the monkey died. By that time, a large number of people were drawn to the site. Over 50 monkeys who were gallivanting in that area had also converged at the site by then, trying to take away their dead mate’s body. The locals intervened and stopped them from doing so. Everybody got busy thereafter. A fund was raised with the help of local subscription and the youths also purchased articles generally used in performing the last rites of a human being. A funeral procession was brought out in the traditional way and finally the monkey’s carcass was buried on the outskirts of the town. http://www.thestatesman.net/page.arcview.php?clid=10&id=210236&usrsess=1

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