Flugverkehr am Toten Meer

Samiran, der Herr der Fliegen

Samiran, der Herr der Fliegen

Am Toten Meer geht es ausgesprochen lebhaft zu: Im Wohnzimmer unseres Gastgebers zähle ich bereits wenige Minuten nach unserer Ankunft elf Fliegen auf einem kleinen Marmeladefleck, den das Frühstück am Morgen auf meiner Hose hinterlassen hat. Während der nächsten Tage wird die Scheibenwischer gleich vor dem Kopf wedelnde Hand zur kontinuierlichen Übung. In einer kurzen Pause zwischen dem Summ-Summ um die Ohren stehe ich irgendwann vor einer logischen Kluft: Der Volksmund sagt, dass Fliegen in Bodennähe ein Zeichen für schlechtes Wetter sind. Weil die Insekten bei niedrigem Luftdruck nicht in die Höhe entschwinden können, gehen auch die Schwalben auf Tiefflug-Jagd. So der landläufige Glaube. Unsere Unterkunft liegt aber in unmittelbarer Nähe zum tiefsten Punkt der Erde und dort ist der Luftdruck um mehr als zehn Prozent höher als auf Normalnull.
Während diese Bauernweisheit also getrost zu vergessen ist, zeichnet eine andere verantwortlich für das Fliegenheer: „Tomaten gedüngt mit Sch… sind des Netzflüglers Lieblingsspeise.“
Dass sich der Bauer ausgerechnet am Toten Meer mit Bauernweisheiten beschäftigt, hätte er in seinen wildesten Träumen nicht erwartet. Die Bäuerin hingegen meint: „Na typisch!“

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