Nasenbluten

by: romanlili on flickr.com

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Seit ich die Kids schon vor 14 Uhr im Kindergarten abhole, verbringe ich so einige Zeit auf Kinderspielplätzen (Erwachsenenspielplätze sind leider selten – dies am Rande). Eines Tages war eine Hortgruppe zu Gast und die einzige Betreuerin widmete hektisch ihre Aufmerksamkeit überwiegend einem einzigen Kind: Dem mit dem Nasenbluten. Mit einem Auge immer nach der Meute auf dem Spielplatz schielend, hielt sie den Kopf des Jungen und erklärte gebetsmühlenartig: „Du musst den Kopf nach unten halten – ich presse dir feuchte Tücher auf die Stirn.“ Die feuchten Tücher wurden über eine filigrane Lieferkette von den Kindern erst trocken zum Brunnen und dann feucht wieder zurück gereicht.

Ich wunderte mich: „Der Kopf muss ins Genick. Sonst hört das nie auf.“ Meine Bank-Nachbarin, mit der ich den Gedanken teilte, schlägt vor: „Hinlegen und ein feuchtes Tuch in den Nacken.“ Aber wir schwiegen. Nicht so die drei Frauen, die im Verlauf der nächsten Minuten die Erzieherin mit guten Ratschlägen versorgten. Die erste schlug vor, die Nasenflügel zusammen zu drücken. Die zweite riet: „Fest an der Nasenwurzel pressen.“ Der Vorschlag der dritten, einen Bindfaden ums Handgelenk zu binden, wurde mangels Schnur ohnehin gleich abgelehnt. Aber die Erzieherin blieb standhaft. Nach circa einer Stunde, geschätzten zwei Litern Blut und vierzig Taschentüchern hörte die Blutung endlich auf. Die beratungsresistente Erzieherin hatte offenbar recht mit ihrer Heilmethode.

weitere Infos: Verband unabháengiger Blutspendedienste im deutschsprachigen Raum

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