Alles komisch

Alles komisch
Unsere Vierjährige hat die erste Trotzphase hinter sich und ist gerade einigermaßen der “Warum”-Nerverei entwachsen. Der Wechsel des Umfeldes hat ein neues Lieblingswort in ihr geprägt: “Komisch”. Rikschas sind komische Fahrräder, Motorrikschas komische Roller, Dhal eine komische Form von Linsensuppe, die Straßengräben komische Bürgersteige, auf denen man nicht laufen kann. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, weil einfach alles komisch ist. Vor allem, und das kommt ihr besonders komisch vor: Alle scheinen das alles als normal zu empfinden. So langsam begreift sie, dass sie komisch rüberkommt. Alle haben dunklere Haut als sie, dunklere Haare, dunklere Augen. Alle reden auf sie ein, obwohl sie kein Wort Deutsch können. Und wundern sich dann, dass sie keine Antwort gibt. Nach zwei Wochen sind ihre Fortschritte beachtlich: Ein Auto/Fahrrad/Roller hupt (alle hupen hier im Sekundentakt), schon geht sie brav zur Seite. Gegessen wird nur mit rechts, schließlich haben wir kein Klopapier mehr. Beim Betreten geschlossener Räume Schuhe ausziehen, und und und. Vieles wird langsam Routine, und für den kleinen Mann wird es wohl Alltag werden.
Hauptsache, nächste Woche kann sie endlich in den Kindergarten. Obwohl dort keiner Deutsch spricht.

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